Community statt Kampagnenpose

Social Media und Community-/Culture-Management

01    Kunde

Vredestein

02    Zeitraum

seit 2021

03    Fokusmärkte

Deutschland, Österreich, Schweiz

04    Projekt | Umfang

Social Strategy, Community Management, Content Creation, Foto & Film, Reels, Creator-Kooperationen, UGC-Kampagnen, Roadtrip-Content, Eventbegleitung, Markenführung Social Media

Wie macht man aus einem technischen Produkt eine Marke, mit der Menschen wirklich interagieren wollen?

Nicht über größere Budgets.
Nicht über Motorsport-Inszenierungen.
Und auch nicht über austauschbare Hochglanzästhetik.

Sondern über Nähe.

Seit 2021 begleitet EUW die deutschsprachigen Social-Media-Aktivitäten von Vredestein — mit Content, Community-Management, Creator-Kooperationen, UGC-Mechaniken und kulturell relevanter Markenführung.

Die Herausforderung:
Eine Marke mit geringer Sichtbarkeit und inkonsistenter Social-Wahrnehmung sollte in einer hochkompetitiven Automotive-Welt wieder glaubwürdig wirken.

Nicht lauter.
Sondern echter.

1 Ausgangslage

Als die Zusammenarbeit begann, war die Social-Wahrnehmung von Vredestein im deutschsprachigen Raum gering. Der Account lag deutlich unter 2.000 Followern. Die Kommunikation orientierte sich stark an internationalen Automotive-Mechaniken: technisch, generisch, austauschbar.

Das Problem:
Die Marke versuchte, Bildwelten anderer Reifenhersteller zu kopieren — ohne deren Markenrealität zu besitzen.

Während große Wettbewerber über Motorsport, Luxus oder globale Kampagnenwelten funktionierten, lag die tatsächliche kulturelle Nähe von Vredestein woanders:
in Tuning-Szenen, Roadtrip-Kultur, Classic-Car-Communities und bei Menschen, die Autos emotional erleben — nicht elitär inszenieren.

Die bestehende Kommunikation ignorierte genau diese Nähe.

Zu technisch.
Zu weit weg von echten Fahrern.
Zu wenig Community.

Gleichzeitig veränderte sich die Social-Media-Kultur spürbar:
UGC verdrängte Werbeästhetik.
Creator wurden glaubwürdiger als Markenbotschaften.
Reels und dokumentarische Formate ersetzten klassische Kampagnenoptik.
Und gerade im Automotive-Bereich entstand ein wachsendes Bedürfnis nach authentischerer Darstellung — auch jenseits der üblichen Protz- und Powerlogik.

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    Strategische Idee

    Der zentrale Perspektivwechsel war einfach — aber entscheidend:

    Nicht auftreten wie eine große Automotive-Marke.
    Sondern wie ein glaubwürdiges Mitglied der Community.

    Die Marke sollte nicht länger senden.
    Sie sollte teilnehmen.

    Deshalb entwickelte EUW eine Social-Strategie, die weniger auf künstliche Kampagnenwelten setzte — sondern auf kulturelle Nähe, dokumentierte Erlebnisse und echte Interaktion.

    Die Leitidee:
    Community statt Kampagnenpose.

    Der Fokus lag auf:

    • echter Fahrkultur statt Hochglanzästhetik
    • dokumentarischem Storytelling statt Werbesprache
    • Community-Beteiligung statt Reichweiteninszenierung
    • glaubwürdigen Menschen statt austauschbarer Influencer-Mechaniken

    Besonders wichtig:
    Der bewusste Verzicht auf klassische Automotive-Stereotype.

    Keine sexualisierte Grid-Girl-Optik.
    Keine künstliche Jet-Set-Welt.
    Kein überinszenierter Motorsport-Fetisch.

    Stattdessen:
    Roadtrips.
    Community-Cars.
    Night Shoots.
    Werkstattmomente.
    Menschen mit echter Verbindung zur Szene.

    3   Kreative Übersetzung

    Die visuelle Sprache wurde bewusst spontaner, dokumentarischer und näher an echter Car Culture aufgebaut.
    Der Content wirkte nicht wie Werbung.
    Sondern wie ein Teil der Community.

    Typische Formate:
    • Reels
    • Fotowettbewerbe
    • Roadtrip-Serien
    • Behind-the-scenes-Content
    • Tutorials
    • Community-Features
    • Meme- und Trendmechaniken
    • Eventdokumentationen

    Besonders stark funktionierten UGC-Mechaniken.
    Die Community lieferte nicht nur Inhalte — sie wurde Teil der Markenwahrnehmung selbst.
    Fotowettbewerbe wurden von der Community bewertet.
    Roadtrip-Gewinner dokumentierten ihre eigenen Reisen.
    Follower wurden Teil der Stories.
    Dadurch entstand etwas, das viele Marken nicht erreichen:
    soziale Glaubwürdigkeit.
    Auch sprachlich wurde die Marke bewusst entschärft:
    Du-Ansprache.
    Modern.
    Direkt.
    Erklärend statt belehrend.
    Nicht wie eine Industrie-Marke.
    Sondern wie jemand, der die Szene wirklich kennt.

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    Aktivierung & Community

    Ein zentraler Hebel war die enge Zusammenarbeit mit glaubwürdigen Persönlichkeiten.

    Die Kooperation mit Leslie and Cars wurde dabei zu einem wichtigen kulturellen Marker der Marke.

    Nicht klassische Influencer-Perfektion.
    Sondern journalistische Glaubwürdigkeit, Nahbarkeit und echter Bezug zur Community.

    Besonders prägend:
    eine mehrtägige Challenge am Nürburgring, bei der eine Community-Followerin gegen die Creatorin in einem Fahrsicherheitsevent antrat.

    Die Mechanik dahinter war entscheidend:
    Keine Werbeinszenierung.
    Sondern dokumentiertes Erlebnis.

    Die Marke wurde dabei weniger zum Absender — sondern eher zum Gastgeber.

    Auch der deutschsprachige Fokus spielte strategisch eine große Rolle.

    Während internationale Automotive-Accounts oft generisch funktionierten, entwickelte EUW bewusst eine eigenständige regionale Markenlogik:
    Roadtrips durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.
    Lokale Community-Nähe.
    Kulturelle Anschlussfähigkeit statt globaler Gleichförmigkeit.

    Die organische Community-Bindung war wichtiger als kurzfristige Reichweiten-Peaks.

    5  Ergebnis & Wirkung

    Seit Beginn der Zusammenarbeit entwickelte sich die Social-Präsenz von Vredestein von einem kaum sichtbaren Account zu einer stabilen Community mit über 11.000 Followern.
    Entscheidend war dabei nicht nur das Wachstum — sondern die Qualität der Bindung.
    Besonders Formate aus dem Agrarbereich erzeugten überraschend starke Resonanz und zeigten:
    Nischen-Communitys reagieren extrem loyal, wenn Marken ihre Kultur ernst nehmen.

    Die Marke wirkte mit der Zeit:
    • selbstbewusster
    • klarer positioniert
    • näher an der Community
    • authentischer in ihrer Kommunikation

    Vor allem aber:
    Sie musste nicht länger andere Marken imitieren.
    Der direkte Austausch über Kommentare, DMs, UGC und Community-Aktionen ermöglichte eine Nähe, die klassische Produktkommunikation kaum erzeugen kann.

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    EUW-Perspektive

    Dieser Case zeigt etwas, das heute für viele Marken relevanter wird als perfekte Kampagnenwelten:

    Echtheit schlägt Inszenierung.

    Gerade technische oder vermeintliche Low-Interest-Produkte werden oft zu generisch kommuniziert.
    Nicht weil die Produkte schlecht sind — sondern weil Marken versuchen, kulturelle Rollen zu kopieren, die nicht zu ihnen passen.

    Die entscheidende Aufgabe moderner Markenführung liegt deshalb nicht darin, künstlich größer zu wirken.

    Sondern darin, ehrlich zu verstehen:
    Wo steht die Marke wirklich?
    Wie sprechen Menschen tatsächlich über sie?
    Und welche kulturelle Rolle kann sie glaubwürdig einnehmen?

    Genau dort beginnt Relevanz.

    EUW versteht Marken deshalb nicht als Sender.
    Sondern als soziale Systeme, die Nähe, Identifikation und Teilhabe ermöglichen müssen.

    Der Erfolg dieses Projekts entstand nicht durch Lautstärke.
    Sondern durch Glaubwürdigkeit.