Metan, Mist und Message
Wie eine Kuh dabei half, Fachkräfte für die Energiewende zu gewinnen.
case
Recruitingkampagne Biogas
01 Kunde
ServiceUnion
02 Projekt | Umfang
Kampagnenentwicklung, Employer Branding, Recruiting
03 Zeitraum
2022
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Die Ausgangsposition
Die Energiewende hatte kein Reichweitenproblem. Sondern ein Personalproblem.
Biogas gilt als wichtiger Baustein einer nachhaltigen Energieversorgung. Die Technologie ist etabliert, der Markt wächst und die gesellschaftliche Relevanz steigt kontinuierlich.
Was fehlte, waren die Menschen.
ServiceUnion, Spezialist für Service und Wartung von Biogasanlagen, stand vor einer Herausforderung, die viele Unternehmen der Energiebranche kennen: Offene Stellen für Servicetechniker blieben über lange Zeit unbesetzt. Bewerbungen gingen nur vereinzelt ein und entsprachen häufig nicht den Anforderungen. Gleichzeitig stieg der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, während die Branche bundesweit um dieselben Talente konkurrierte.
Das eigentliche Problem war jedoch nicht der Job.
Das eigentliche Problem war Aufmerksamkeit.
Denn wer nie über einen Arbeitgeber stolpert, bewirbt sich auch nicht.
Der Grundgedanke
Recruiting beginnt nicht mit der Stellenanzeige
Viele Unternehmen reagieren auf Fachkräftemangel mit mehr Stellenanzeigen. Mehr Reichweite. Mehr Benefits.
Doch wenn die Zielgruppe diese Kommunikation gar nicht wahrnimmt, bleibt jede Botschaft wirkungslos.
Deshalb stellten wir eine andere Frage:
Wo bewegen sich potenzielle Servicetechniker tatsächlich?
Nicht auf Karriereseiten.
Sondern an Tankstellen. In Bäckereien. Auf dem Weg zur Arbeit. Dort, wo Alltag statt Jobsuche stattfindet.
Die Aufgabe bestand also nicht darin, eine Stelle auszuschreiben.
Die Aufgabe bestand darin, Menschen zum Hinschauen zu bringen.
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Die Idee
Der Kuh-R-Code
Unsere Antwort war ebenso naheliegend wie ungewöhnlich.
Die Kuh.
Als Sympathieträger. Als visuelle Abkürzung. Als sofort verständliches Symbol für die Welt von Biogas.
Wo Biogas entsteht, ist die Kuh selten weit entfernt. Trotzdem wird diese Verbindung kommunikativ kaum genutzt.
Genau darin lag die Chance.
Aus dieser Beobachtung entstand die Kampagnenidee „Kuh-R-Code“. Eine Recruitingkampagne, die bewusst mit Humor arbeitet, ohne ihr Thema zu trivialisieren.
Statt austauschbarer Stockmotive und klassischer Recruitingfloskeln setzte die Kampagne auf auffällige Bildwelten, augenzwinkernde Headlines und einen QR-Code als direkte Brücke zur Bewerbung.
Die Kuh wurde dabei nicht zum Gag.
Sie wurde zum strategischen Übersetzer zwischen komplexer Technik und menschlicher Aufmerksamkeit.
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Die Kampagne
Aufmerksamkeit allein reicht nicht
Eine gute Kampagne erzeugt Interesse.
Eine gute Recruitingkampagne macht den nächsten Schritt einfach.
Deshalb wurde die kreative Idee mit einer optimierten Bewerberreise verbunden.
Der QR-Code führte direkt auf eine Landingpage mit vereinfachter User Journey.
Hürden wurden reduziert, Informationen klar strukturiert und der Weg zur Kontaktaufnahme deutlich verkürzt.
So entstand ein System aus Aufmerksamkeit und Handlung.
Die Kampagne machte nicht nur sichtbar.
Sie machte Bewerbungen wahrscheinlicher.
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Die Aktivierung
Dort sichtbar werden, wo Menschen wirklich unterwegs sind
Die Aktivierung folgte derselben Logik.
Anstatt ausschließlich auf klassische Recruitingkanäle zu setzen, wurde die Kampagne gezielt an relevanten Alltagspunkten ausgespielt:
- Flyer und Postkarten in Bäckereien
- Auslage an Tankstellen
- Regionale Werbeträger
- Fahrzeugbeschriftungen
- Lokale Kommunikationsmaßnahmen
Die Kampagne traf Menschen dort, wo sie ohnehin waren.
Nicht dort, wo Unternehmen vermuteten, dass sie suchen.
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Wirkung
Die Wirkung zeigte sich auf mehreren Ebenen.
Die Anzahl der Bewerbungen stieg.
Gleichzeitig verbesserte sich die Qualität der eingehenden Bewerbungen.
Stellen, die zuvor über lange Zeiträume hinweg unbesetzt geblieben waren, konnten wieder besetzt werden.
Auch die Resonanz auf die Kampagne war durchweg positiv. Sowohl potenzielle Bewerber als auch Menschen außerhalb der eigentlichen Zielgruppe nahmen die Kommunikation aufmerksam wahr.
Besonders bemerkenswert war die Wirkung nach innen.
Die Kampagne wurde von Mitarbeitenden und Verantwortlichen positiv aufgenommen und später auf weitere Standorte übertragen. Aus einer Recruitingmaßnahme wurde ein identitätsstiftendes Kommunikationsinstrument.
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Fazit
EUW-Perspektive
Fachkräfte gewinnt man nicht dort, wo Unternehmen suchen.
Man gewinnt sie dort, wo Menschen leben.
„Kuh-R-Code“ zeigt, dass modernes Recruiting weit vor der Bewerbung beginnt. Nicht mit Stellenanzeigen. Nicht mit Benefits.
Sondern mit Relevanz.
Wer Zielgruppen wirklich versteht, findet Wege, auch komplexe Themen verständlich, sympathisch und aufmerksamkeitsstark zu erzählen.
Denn am Ende bewerben sich Menschen nicht auf Stellen.
Sie entscheiden sich für Geschichten, Haltungen und Perspektiven.
Und manchmal beginnt genau diese Geschichte mit einer Kuh.