6 Entwicklungen, die das Internet radikal verändern werden

Seit der Entstehung des Internets befindet sich dieses in einem ständigen und fortlaufenden Entwicklungsprozess. Sei es im Bezug auf Kommunikation und Unterhaltung oder im Bezug auf das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Produkten und Dienstleistungen. Wir geben einen Ausblick in die Zukunft und zeigen, was uns noch erwarten kann.

1. Das freie Netz wird privatisiert

Das Internet ist in seiner Grundidee Schauplatz für kleine und große Nutzer in gleichem Maße. Die Entwicklung geht jedoch immer mehr von einem Informations- zu einem Transaktionsmedium.

Das lockt Netzbetreiber an, welche ihre Kapazitäten nach kaufmännischen Punkten vermarkten wollen. Bislang wurden alle Signale gleichberechtigt in ein Netzwerk übermittelt.

2015 scheiterten die Netzbetreiber an dem Versuch, Unternehmen für einen Aufpreis bessere Netzkonditionen zu vermitteln.

Dieser Versuch zeigt jedoch den Trend, die öffentliche Internet-Struktur zu einem privaten Gut machen zu wollen.

Diesem Trend schließen sich auch Google und Facebook an, die durch eigene Infrastrukturprojekte das Internet in bisher unerschlossene Regionen bringen wollen.

Sprachassistenten machen Apps mundtot

Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass das websitebasierte Internet von Apps mehr und mehr abgelöst wird.

Jedoch könnte den Apps jetzt das gleiche Schicksal blühen wie zuvor den Websites. Denn Sprachassistenten wie Alexa, Cortana, Siri und OK Google könnten die Apps im Rennen um die Vorherrschaft noch überholen.

Wenn die Nutzer durch Sprachsteuerung zu jedem gewünschten Inhalt geführt werden können, dann sind spezialisierte Apps überflüssig.

Für die Sicherung der Macht wird es darauf ankommen, wie schnell der eigene Markenname bei Alexa oder Siri fällt. Wer dann über keinen eigenen Chatbot (textbasierte Dialogsysteme) verfügt, wird zu den Verlierern der neuen Ära gehören.

3. Die Dinge beginnen zu sprechen

Das Internet of Things (IoT) will Produktivität optimieren, indem es bisher manuelle Vorgänge automatisiert.

Dieses Versprechen ist aus Marketingsicht jedoch eher eine Drohung, denn im IoT werden auch Kaufvorgänge automatisiert.

Und wenn die Kaffeemaschine den Kaffee selbst bestellt, dann kann auch die beste Werbung keinen Markenwechsel mehr herbeiführen.

4. Vom mobile Web zum Outernet

Das mobile Web hat die stationäre Internetnutzung als Traffictreiber längst abgelöst. Doch damit nicht genug.

Der Erfolg von Pokémon Go zeigt, dass die Vision des Outernets immer mehr zur Realität wird. Nicht nur Technologien wie Augmented Reality verlinken die reale Umwelt immer stärker mit der digitalen.

Auch Connected Mobility strebt danach, möglichst viele Informationsträger des Straßenverkehrs miteinander digital zu verknüpfen.

Dadurch verändert sich der Charakter des digitalen Netzwerkes. Das mobile Web ist ein Verteilungsnetz für gespeicherte Informationen. Das Outernet hingegen erzeugt eigenständig Informationen durch reale Abläufe im Alltag.

5. Das Ende der digitalen Adresse ist nahe

Nutzer finden mittlerweile die von ihnen gesuchten Marken immer häufiger über Suchmaschinen oder QR-Codes und nicht über den Domain-Namen.

Das ist nur sinnvoll, solange Marken ihre digitale Kommunikation auf immer mehr Online-Präsenzen aufteilen, die sich einfach nicht mehr unter einem Namen bündeln lassen.

6. Das Web erobert die 3. Dimension

Facebook und YouTube arbeiten schon daran: die virtuelle Realität soll das Internet erobern.

Dann müssten jedoch alle Nutzerkonventionen des zweidimensionalen Webs wie z. B. die Navigation oder Suchmaschinen für einen räumlichen Cyberspace komplett neu erfunden werden.