Zielgruppen-Kompass: 8 Lebensstile, die die Märkte bestimmen

Zielgruppen bestimmen einen großen Teil unserer Arbeit als Marketer. Doch in unserer schnelllebigen Welt ändern sich Zielgruppen ständig und es wird nötig über den Tellerrand zu schauen . Gesellschaftliche Trends  und Lebensstile sind heute zur Grundlage unserer Marktbetrachtungen geworden. Wir stellen Ihnen 8 solcher Lebensstilgruppen vor:

1. Inbetweens zwischen full-time Minijobs und Zukunftsangst

Zielgruppen-Kompass: die Inbetweens

Absolventen und Berufseinsteiger sind heute so flexibel und mobil wie nie. Unternehmens- oder gar Branchenwechsel innerhalb kürzester Zeit sind für sie normal und werden nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als charakterbildende, persönliche Herausforderung gesehen. Der Berufseinstieg heute ist aber auch so unsicher wie noch nie. Die Zielgruppe der Inbetweens hangelt sich von einem Zeitvertrag zum nächsten – die Generation Praktikum befindet aufgrund dieses andauernden Switchens ganz schön zwischen den Stühlen.

Viele Wege führen zum erfolgreichen Berufseinstieg

Gab es früher meist nur zwei Möglichkeiten in einen Beruf einzusteigen – durch Ausbildung oder Studium – führen heute viele Wege zum Ziel. Der traditionelle Einstieg mittels Ausbildung ist heute vor allem in handwerklichen Berufssparten immer noch der favorisierte Weg, um einen Fuß ins Unternehmen zu setzen. Jedoch haben junge Menschen heute weitaus mehr Möglichkeiten, um den geeigneten Beruf zu finden.

Ob Ausbildung, Studium, Traineeprogramme, Praktika oder Selbstständigkeit, der Karriere sind fast keine Grenzen gesetzt. Doch genau das stellt viele Schulabsolventen und Berufseinsteiger vor eine große Herausforderung. „Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen“ trifft dabei wohl kaum besser zu als beim Phänomen der Inbetweens.

In between – zu deutsch „zwischen“ oder „Übergang“. Genau dem sehen sich die Inbetweens gegenüber gestellt. Die Ungewissheit, was nach dem Schulabschluss und dem Gap Year in Australien oder dem x-ten Praktikum tatsächlich auf einen zukommt. Und ob überhaupt irgendetwas auf einen zukommt.

Zwischen „Hotel Mama“ und dem ersten Arbeitsvertrag

Zu der Lebensstilgruppe der Inbetweens zählen nach Schätzungen des Zukunftstinstitutes heute rund 1,7 Millionen junge Menschen. 2020 soll die Zahl bereits bei etwa 2,9 Millionen liegen. Dabei decken die Inbetweens vor allem die Altersgruppe der 16- bis 29-jährigen ab – eine deutliche Erweiterung der Altersspanne der Berufseinsteiger verglichen mit dem durchschnittlichen Alter beim Auszug aus dem Elternhaus noch vor wenigen Jahrzehnten.

Grund dafür ist aller Voraussicht nach die derzeitige Situation auf dem Arbeitsmarkt für junge Berufseinsteiger. Den direkten Einstieg in ein Unternehmen gibt es kaum noch. Es wird stets ein breites Repertoire an praktischer Erfahrung gefordert, selbst bei denjenigen, die gerade erst ihre akademische Ausbildung beendet haben. Daher ist es für die Mehrheit an jungen Menschen heute normal, bereits während des Studiums mehrere Praktika absolviert zu haben und auch in der Übergangsphase zwischen Studienabschluss und Berufseinstieg sind Praktika die erste Wahl, um sich weitere berufliche Qualifikationen für den Lebenslauf anzueignen und gegebenenfalls einen ersten Fuß in das Unternehmen zu bekommen.

Nicht zu unrecht werden die Inbetweens also auch „Generation Praktikum“ genannt. Statistiken zeigen, dass rund 18 % nach ihrer Ausbildung ein Praktikum machen. Gut 20 % der Ausgebildeten machen sogar zwei und mehr Praktika in ihrer beruflichen Übergangsphase. Damit einher geht auch die fehlende Selbstständigkeit der Inbetweens, denn aus finanzieller Sicht sind derartige Beschäftigungen wenig rentabel und lassen es nicht zu, die anfallenden Lebenshaltungskosten selbst zu tragen. Daher steigt das Alter der Ausgebildeten, die noch bei ihren Eltern wohnen zwangsläufig weiter an. Mittlerweile ist es mit Mitte 20 gar nicht mehr abwegig, noch oder wieder im Elternhaus zu wohnen.

Mehr zu den Inbetweens finden Sie in unserem Artikel.

2. Young Globalists prägen Märkte der Zukunft

Zielgruppen-Kompass: die Young Globalists

Meet the Young Globalists

Die Zielgruppe der Young Globalists ist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren und Zukunftsforscher gehen davon aus, dass diese Gruppe bis 2020 auf 2,5 Millionen anwachsen und sich also zu heute verdoppeln wird. Das macht sie als Zielgruppe interessant. Ihr Lebensstil ist auf Job und Karriere ausgerichtet, sie legen großen Wert auf einen hohen gesellschaftlichen Status. Young Globalists sind oft schon in jungen Jahren beruflich sehr erfolgreich, anders als die Spätstarter Inbetweens, die wir als Generation Praktikum definieren. Häufig haben sie mit Ehrgeiz und Disziplin im Ausland oder an Privatuniversitäten studiert, bilden sich auch dann noch weiter. Sie haben erkannt, dass eine gute Ausbildung in unserer Wissensgesellschaft der Schlüssel zu einer guten Zukunft ist. Globalisierung betrachten sie als Chance, deshalb ist Sesshaftigkeit einer hohen Mobilisierung gewichen. Gute Jobs sind oft von der privaten Mobilität abhängig und Young Globalists wollen gute Jobs, denn Geld ist ihnen wichtig. In der Regel sind sie hervorragende Netzwerker, vielsprachig und flexibel. Young Globalists sind darauf eingestellt, in ihrem Leben unterschiedliche Jobs auszufüllen, der Gedanke an eine lebenslange Anstellung ist für sie ein Gedanke von gestern. Sie erleben ihre Berufstätigkeit als identitätsstiftend und wollen mit ihr einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnehmen.

Zielgruppe Young Globalists – ihr Lebensstil

Meist ist es ein temporeiches Leben, das sie führen. Ihre Arbeitszeiten sind oft ungewöhnlich, selten haben sie den klassischen Nine-to-Five Job. Deshalb suchen sie Angebote, die rund um die Uhr verfügbar sind, also online. Häufig nehmen Young Globalists Dienstleistungen in Anspruch, die die Organisation ihres Alltags erleichtern. Sie sind stilbewusst und konsumieren in entsprechenden Segmenten. Auch wenn ihre Freizeit knapp bemessen ist, sind sie für Weiterbildung aufgeschlossen. Ortswechsel und Reisen sind selbstverständlich, hier wird Wert auf Komfort und Qualität gelegt. Den beruflichen Stress kompensieren sie mit Wellness oder sportlichen Aktivitäten. Konsumwünsche aller Art können sich leisten, weil sie Gutverdiener sind und auch bleiben wollen. Trotzdem bringen sie Werte wie Nachhaltigkeit und Genuss zusammen, sie können sich teure Bioprodukte leisten, ein gewisser Luxus macht ihre Lebensqualität aus, neueste Technik und Premium-Marken sollen ihre hohen Ansprüche erfüllen. Alles zusammen genommen sind sie jetzt und in Zukunft eine zahlungskräftige und anspruchsvolle Verbrauchergruppe, die man mit strategischem Marketing fest im Blick haben sollte. In einem Seminar können Teilnehmer erfahren, wie man diesen Lebensstil und Trend in ihrer Branche mit Hilfe der Design thinking-Methode konkretisiert und als Marktoption nutzt. Eine wichtige Zielgruppe, die man im Auge behalten sollte.

Mehr zu den Young Globalists finden Sie in unserem Artikel.

3. Latte Macchiato Familien zelebrieren ihr unkonventionelles Familienleben

Zielgruppen-Kompass: die Latte Macchiatto Familien

Dass sich die gesellschaftlichen Interessen und Werte aufgrund des demografischen Wandels unaufhaltsam und stetig ändern, ist nicht von der Hand zu weisen. Das hat wiederum immense Auswirkungen auf die Wirtschaft vor allem in Bezug auf den Vertrieb von Produkten. Marketingmaßnahmen müssen optimiert und angepasst werden, da sich die Konsumenten nicht mehr auf dieselbe Art und Weise ansprechen lassen, wie es noch vor 20 Jahren der Fall war. Dazu zählen auch die Latte Macchiato Familien. Urbaner Lifestyle wird mit der Kindererziehung verbunden und auch das immense Angebot an Kultur und Konsum einer städtischen Umgebung wissen die Latte Macchiatos in ihrem Streben nach größtmöglicher Mobilität sehr zu schätzen.

Konsumenten generell decken mittlerweile ein weites Spektrum an unterschiedlichsten Lebensstilen ab und können auch nach diesen kategorisiert werden. Dadurch erhalten Marketingentscheider die nötigen Informationen darüber, wie sie ihre Produkte am besten positionieren, um für die bestimmten Lebensstilgruppen interessant zu werden. Die einzelnen Lebensstile differenziert zu betrachten und anzusprechen ist daher unumgänglich für eine effiziente Verkaufstrategie der Unternehmen.

Oftmals stellt aber genau diese Umstellung und Anpassung der Produkte auf die zu erreichende Lebensstilgruppe eine Herausforderung für die Unternehmen dar. Viele sehen Schwierigkeiten darin, von ihrer Ausgangstaktik abzuweichen und über die Branchengrenzen hinaus zu denken. Dabei dienen besonders Methoden wie XBM – CROSS BUSINESS MARKETING als Hilfestellung zum out-of-the-box thinking mit strategischen Ansätzen zum Querdenken und aussagekräftigen Auswertungen. Dies ist wichtig, um mit der Gesellschaft Schritt halten zu können und ihnen die Neuerungen und Innovationen zu liefern, die aufgrund von Fortschritt in der Gesellschaft und sich stetig verändernden, entwickelnden gesellschaftlichen Strukturen gebraucht oder gewünscht werden. Weiterentwicklung ist hier also das Stichwort auf beiden Seiten – den Konsumenten und eben auch den Unternehmen.

Mit dem Kinderwagen ins Szene-Café

Die differenzierte Zielgruppe der Latte Macchiato Familien ist aus unternehmerischer Sicht eine Herausforderung. War es früher üblich, in ein Haus auf dem Land zu ziehen, sobald der Nachwuchs kam, bleibt die neue Elterngeneration dem Stadtleben treu. Suchte man früher die Ruhe und ländliche Geborgenheit, um seinen Kindern eine behütete Kindheit zu geben, will man heute nicht mehr auf die vielfältigen Kultur- und Bildungsangebote verzichten, die eine Stadt zu bieten hat. Der Nachwuchs wird einfach mitgenommen zum Kaffeeklatsch mit Freunden im Café um die Ecke oder dem Restaurantbesuch am Abend. Latte Macchiato Familien oder Latte Macchiatos besinnen sich stark auf die traditionellen, familiären Werte und Gepflogenheiten zurück wie beispielsweise gemeinsame Aktivitäten mit der Familie oder das Ziel, dem Nachwuchs eine gute Bildung zu ermöglichen. Gleichzeitig leben sie aber auch den konträr erscheinenden Lebensstil der ausgehenden, jungen Generation der Neu-Berufstätigen, die ihr Leben genießen wollen. Und genau darin liegt die Schwierigkeit: diese Lebensstilgruppe vereint gleich zwei, sich eigentlich widersprechende Lebensstile und ist dadurch im Hinblick auf Marketingstrategien nur schwer greifbar.

Mehr zu den Latte Macchiatto Familien finden Sie in unserem Artikel.

4. Gutbürger als Vorreiter einer besseren (Öko-) Welt

Zielgruppen-Kompass: die Gutbürger

Produktvielfalt und größtmögliche Zugänglichkeit für die Konsumenten. “Höher, schneller, weiter” und ein Massenkonsum, dem es weniger um Qualitätsansprüche als um Quantität ging. Kommerzieller Mainstream an den Ladentheken. Dieses zugegebenermaßen überspitzte Bild einer veralteten Konsumgesellschaft hängt vielen Marketern noch nach. Und das überträgt sich konsequenterweise auch auf deren Vermarktungsstrategien. Die Folge? Sinkender Absatz und fehlgeschlagene Kommunikation zur Community, die nun weitaus diversere und vor allem nachhaltigere Ansprüche an ihrer Konsumgüter hegt, als es noch vor wenigen Jahrzehnten abzusehen war.

Trends und Lebensstile bestimmen unseren Kaufstil

Das Bild des hiesigen Konsumenten hat sich über die Jahre grundlegend gewandelt. Heute gibt es nicht mehr nur die eine Art des Konsumenten, sondern eine Vielzahl an Konsumgruppen, die stark von den neuesten Entwicklungen im Bereich Trends und Lebensstile beeinflusst werden. Durch die Klassifizierung der Gesellschaft erhalten wir ein äußerst differenziertes Bild, dass es Produktentwicklern und –vermarktern erlaubt, Konsumgruppen anhand ihrer Herausstellungsmerkmale zu clustern und sich so effizienter als je zuvor den Zielgruppen zu nähern.

In diesem Zusammenhang mag man vielleicht anmerken, dass es solche Verfahrensweisen und Gesellschaftsstudien als Basis für Typologien im Marketing bereits seit den Sinus Milieu-Studien der 1980er Jahre gibt. Jedoch wird in der Anwendung der neuesten Methoden wie beispielsweise XBM – CROSS BUSINESS MARKETING, die sich über Sinus Milieus hinaus mit weit mehr Parametern beschäftigen, schnell deutlich, dass eine genauere Charakterisierung der Konsumgesellschaft möglich ist, die sich mit höheren Erfolgschancen insbesondere in die Produktentwicklung und die Produktvermarktung integrieren lässt.

Mehr zu den Gutbürgern finden Sie in unserem Artikel.

5. Zielgruppen-Kompass: Die Tiger-Women fahren die Krallen aus

Zielgruppen-Kompass: die Tiger Women

Unabhängig, stark und zupackend – die Tiger-Woman

Anmutig und kraftvoll bewegen sich Tigerinnen in der freien Wildbahn auf der Suche nach Nahrung tagtäglich viele Kilometer. Sie jagen selbständig und verteidigen ihr Revier offensiv gegen Eindringlinge. Angriffslustig fauchend schlagen sie selbst im Anschluss an den Paarungsakt mit ihren Pranken nach dem Männchen. Gleichzeitig sind sie gute Mütter, die ihre Jungen bis zu drei Jahren um sich haben und beschützen.

Tiger-Woman in der menschlichen Gesellschaft sind ebenso selbständig wie ihre tierischen Namensgeber. Berufstätig und finanziell unabhängig stehen sie mitten im Leben. Weil Tiger-Woman genau wissen, was sie wollen, verfolgen sie konsequent ihre Ziele. Allerdings nicht auf Kosten anderer. Zwar schrecken sie im Ernstfall nicht davor zurück, ihre Krallen zu zeigen. Doch es geht ihnen nicht darum, sich als einsame Kämpferin zu behaupten. Eine Tiger-Woman will beides: Karriere und Familie. Aus ihrer Sicht ist das in einer gleichberechtigten Partnerschaft ohne Weiteres vereinbar. Mit diesem Lebensentwurf kreieren Tiger-Woman zugleich ein neues Rollenbild: selbstbewusste, auf Erfolg orientierte Powerfrauen, für die ihr Beruf einen extrem hohen Stellenwert hat, die sich jedoch gleichzeitig eine Familie und eine funktionierende Partnerschaft wünschen. Für mehr als 80 Prozent der Zielgruppe gehören dazu auch Kinder.

Motivation und Wertesystem der Tiger-Woman

Ergebnisse einer Studie, die das Zukunftsinstitut 2013 veröffentlichte, geben genauer darüber Auskunft, wie die Tiger-Woman „tickt“.

Tiger-Woman sind zielorientiert, streben nach Erfolg und gesellschaftlicher Anerkennung. Signifikant höhere Zustimmungswerte als in der Gesamtgruppe der 30- bis 45-jährigen Frauen finden sich in der Gruppe der Tiger-Woman allerdings auch für Individualität, Selbstverwirklichung und ein hohes Bildungsniveau.

Da ihnen klar ist, dass einem nichts in den Schoß fällt, legen Tiger-Woman beim Umsetzen ihrer Ziele Ehrgeiz und große Leistungsbereitschaft an den Tag. Jedoch nicht um den Preis, sich selbst aufzugeben. Ebenso wenig wollen Tiger-Woman auf Familie, kulturelles Leben und einen großen Freundeskreis verzichten. Ihnen geht es niemals um den Egotrip, sondern vielmehr darum, ihre individuellen Stärken in größere Zusammenhänge zu integrieren.

Ihre Suche nach Gemeinsamkeiten mit anderen spiegelt sich beispielsweise in der Art, wie sie Netzwerke in ihrer unmittelbaren Umgebung aufbauen und nutzen (Small-World-Networking). Die Studie fand außerdem heraus, dass mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller Tiger-Woman die Welt zum Besseren verändern will und für 78 Prozent von ihnen soziales Engagement wichtig ist. Beides eindeutige Hinweise auf ihr ausgeprägtes soziales Verantwortungsgefühl.

Mehr zu den Tiger Women finden Sie in unserem Artikel.

6. Zielgruppe Super Daddy – Väter zwischen Arbeit und Kindererziehung

Zielgruppen-Kompass: die Super-Daddies

Das Modell “Männer als Brötchenverdiener” hat ausgedient

Bereits die Medien der 1950er und 1960er Jahre entwarfen ein deutliches Bild der Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen: Der Mann des Hauses ist berufstätig und verdient die Brötchen, während sich die Frau um Haushalt und Kinder kümmert. Diese stereotypischen Strukturen innerhalb der Familie hielten sich seitdem hartnäckig.

Allerdings zeigt nicht nur die Zielgruppe der Tigerwomen, dass dies nun vorbei ist. Mit der Entwicklung hin zur Gleichberechtigung beider Geschlechter auf allen Ebenen, sei es beruflich oder privat, hat sich das Rollenbild merklich gewandelt. Ganz im Sinne des Female Empowerments räumen sich Frauen ein, Managementpositionen auszufüllen und sich ebenfalls eine Karriere aufzubauen, ohne jedoch auf ein erfülltes Familienleben zu verzichten. Männer hingegen sehen in dieser Entwicklung eine Chance, präsenter im Leben der eigenen Kinder zu sein – vor allem in den ersten Lebensjahren des Nachwuchses.

Dass bei Männern die wachsende Gleichberechtigung eher in Bezug auf das Familienleben und damit auf die Erziehung der Kinder gesehen wird, zeigt sich besonders anhand der steigenden Akzeptanz des Modelles des Vaterschaftsurlaubes. Den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge haben Ende 2013 rund 79 %, also vier von fünf Vätern Elterngeld bezogen. Zudem belief sich die Väterbeteiligung im dritten Quartal 2013 durchschnittlich auf 3,1 Monate, die die neue Vätergeneration mit ihrem Nachwuchs verbrachten.

Der Super Daddy braucht mehr Zuspruch

Es gibt klare Befürworter des Vaterschaftsurlaubes aus den Reihen derjenigen Männer, die sich dazu entschieden haben, eine berufliche Auszeit zu nehmen, um aktiver an der Kindererziehung teilhaben zu können. Und diejenigen, die sich dazu entscheiden, sehen die Elternzeit als wertvolle Zeit mit ihrer Familie, die sie nicht missen wollen.

Jedoch deuten Statistiken auch darauf hin, dass die Bereitschaft, für den Nachwuchs beruflich, wenn auch nur zeitweise, zurück zu treten, generell sinkt. Vergleicht man die Durchschnittsdauer der väterlichen Elternzeit aus dem Jahr 2013 mit der durchschnittlichen Dauer zwei Jahre zuvor, so stellt man fest, dass sie von 3,3 Monate auf 3,1 Monate gesunken ist. Es scheint also, als würde die Rollenverteilung wieder leicht in ihre alten Muster zurückfallen und als sei das Klischeedenken doch fester in den Köpfen verankert, als erwartet. Zumal sich auch in Unternehmen zeigt, dass Arbeitnehmer in Elternzeit in der Praxis oft nicht die Unterstützung und Befürwortung erhalten, die ihnen versprochen wird.

Mehr zu den Super Daddies finden Sie in unserem Artikel.

7. Forever Youngsters: Im Rentenalter locken noch einmal Neugier und Tatendrang

Zielgruppen-Kompass: die Forever Youngsters

Die Abenteuerlust ist stärker denn je

Den meisten „ewigen“ Jungen mag man ihre Einstellung dem zuschreiben, dass sie in den 1960er Jahren jung waren und ihnen das Widerstreben der Norm und eine gewisse Rebellion gegenüber dem Herkömmlichen quasi in die Wiege gelegt wurden. Sicher ist jedoch, dass sie nichts mit den Charakteristiken und Gewohnheiten ihrer Altersgruppe noch vor wenigen Generationen gemein haben.

Vieles am Lebensstil der Junggebliebenen erinnert an eine Phase im Leben, in der man alles andere als risikoavers handelt – die Pubertät. Und diese Beschreibung trifft ebenso auf das Mindset der hier beschriebenen Zielgruppe zu. Die 40- bis 60-jährigen, die diesen Lebensstil verfolgen, legen großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. Sie verbringen ihre Freizeit mit Reisen und Sport, wobei eine hohe Lebensqualität und ein starkes Gesundheitsbewusstsein stets mit ihren Aktivitäten verbunden und ein wichtiger Bestandteil dieses Lifestyles ist. Ihren Arbeitsalltag gestalten sie frei: Studien zeigen, dass der Anteil an Selbständigen der Altersgruppe der 45- bis 64-jährigen im Jahr 2012 bei rund 44 % lag und damit den Anteil aller übrigen Altersgruppen zusammengenommen immer noch übersteigt. Dass sich dieser Trend zukünftig noch stärker abzeichnen wird, steht dabei außer Frage.

Mehr „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ in der individuellen Ansprache der Forever Youngsters

Ihr selbstbestimmter Lebensstil schlägt sich dabei unter anderem auch stark auf verschiedene Bereiche der Wirtschaft – besonders auf den des Marketings – nieder. Denn diese speziellen Bedürfnisse brauchen eine individuelle Ansprache, um überhaupt von Unternehmen abgedeckt werden zu können. Für Unternehmen ist es enorm wichtig, die unterschiedlich charakterisierten Lebensstilgruppen, also die potenziellen Zielgruppen ihrer Produkte und Dienstleistungen als Maßstab aller Entwicklungen, Neuerungen und Anpassungen zu nehmen. Vor allem die Lebensstilgruppe der Forever Youngsters birgt ein hohes Kaufvolumen, wodurch spezielle Maßnahmen in Entwicklung und Vermarktung von Produkten zugeschnitten auf deren Bedürfnisse sowie Kaufverhalten in jegliche zukünftige Planungen mit einbezogen werden sollten.

Mehr zu den Forever Youngsters finden Sie in unserem Artikel.

8. Empty Nesters: Die Kinder sind aus dem Haus – auf ins Leben?!

Zielgruppen-Kompass: die Empty Nesters

Das Empty Nest-Syndrom – verwandeln Sie Leere in Überfülle

Nun werden die meisten Eltern nicht plötzlich lethargisch in sich zusammensacken, wenn der Umzugswagen abfährt. Eher wird die eine oder andere Siegesfaust gereckt. Aber Tatsache ist doch, dass nun eine Umstellungsphase beginnt. Im Fokus dieser Gruppe, die in furchtbarem Fachsprech auch „junge Alte“ genannt werden, stehen nun – wie schon erwähnt – die eigenen Bedürfnisse. All das, wofür früher weder Zeit noch Nerv vorhanden war, können Empty Nesters nun machen: Reisen, Lesen, Golfen, Töpfern lernen, mit Delfinen schwimmen, Ornithologe werden.

Diese Zielgruppe will Neues erleben, Spannendes sehen, in Seminaren etwas dazu lernen, vielleicht sogar noch eine neue Ausbildung beginnen. Und das ganz und gar nach dem eigenen Tempo. Um aber dieses Tempo zu erreichen, brauchen Empty Nesters intensive Anreize und müssen erst wieder lernen, über den Tellerrand zu schauen. Innovative Unternehmen sprechen diese Zielgruppe dezidiert darauf an, dass sie jetzt wieder Zeit für sich hat, dass es viel zu entdecken gibt und dass die eigenen Angebote so interessant sind, dass das gefürchtete Empty Nest-Syndrom abgemildert wird oder gar nicht erst auftritt.

Empty Nesters: Mein Partner, das unbekannte Wesen

Nach dem aufopfernden Kümmern folgt nun die Zeit des gesunden Egoismus. Doch halt! Der Partner ist ja auch noch da. Und damit jede Menge neues Konfliktpotential. Mit unserer XBM-Methode lernen Sie, wie Sie als Unternehmen diesen (scheinbaren) Widerspruch auflösen. Denn Ihre Angebote richten sich hier an Paare im besten Alter, die erst wieder lernen müssen, miteinander klar zu kommen. Oder positiver formuliert: Die das zweite Mal einander kennenlernen.

Mehr zu den Empty Nesters finden Sie in unserem Artikel.