German is übercool

German is überall

„Lady Gaga – Yoü and I“, Quelle: © 2011 Interscope Records, all rights reserved.

Damit muss man erst einmal lernen umzugehen. Deutsch ist plötzlich cool – oder wie die Amerikaner es noch gezielter ausdrücken übercool. Viele Trendmetropolen haben ihre Vorliebe für die Deutsche Sprache entdeckt – die Amerikaner vor allem für die Umlaute. Prominentestes Beispiel ist Lady Gaga, die ihre Single „YOÜ AND I“ bewusst mit den German-Pünktchen schreibt. Machen wir eine kleine Reise:

„You know you’re in love with German when you start getting lost in its syntax.“

New York

„Fette Sau“, Quelle: http://its-the-joint.tumblr.com/post/40654866041/fette-sau-brooklyn-philadelphia-darn-good

In den amerikanischen Trendvierteln, vor allem in und um New York City, gibt es mittlerweile einige Cafés und Kneipen mit deutschen Namen, z. B. ein angesagtes Barbecue-Restaurant in Brooklyn namens „Fette Sau“. Man schwärmt von Berlin anstatt von Prag oder Paris, liest Heidegger statt Hemingway, setzt in der Namensgebung für Haargel und Frühstücksmüsli auf deutsche Begriffe.

Tokyo

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„Bayern Grill Shibuya“, Quelle: http://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g1066456-d6627854-Reviews-Bayern_Grill_Shibuya-Shibuya_Tokyo_Tokyo_Prefecture_Kanto.html

Shibuya, im Westen der japanischen Hauptstadt, gleicht am Abend einer echten Modenschau. Das Viertel ist sehr beliebt bei Schülern und Studenten, voller Klamotten-, Musik- und Karaokeläden, Diskotheken, Cafés und Restaurants. Hier stehen Trendscouts, die für Modezeitschriften nach ausgefallenen Outfits suchen. Bunt darf es sein, auch schrill. Das wahrscheinlich ungewöhnlichste Accessoire, das man auf den Straßen sehen kann, sind Shirts mit deutschen Begriffen darauf. „Landschaft“ steht auf einem, „Hingerissen zuhören“ auf einem anderen. Aber damit nicht genug. Apartmentblocks heißen „die Wohnung“ oder „Grünwald“. Es gibt ein „Kaffee Eins“, ein Medikament „Auge“ und einen Kalender, der mit „Ein neues Leben“ betitelt ist oder einen Schreibwarenladen, der den Namen „Freiheit“ trägt.

Pinterest

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„Kummerspeck“, Quelle: http://www.pinterest.com

In dem Sozialen Netzwerk kann man Bilderkollektionen an virtuelle Pinnwände heften, andere Nutzer können diese Bilder ebenfalls teilen, ihren Gefallen ausdrücken oder es kommentieren. In dieser Welt von Style & Fashion findet man immer häufiger sogenannte Pins mit deutschen Wörtern.  Manchmal ist das Auswahlkriterium der Klang, manchmal einfach nur die Tatsache der Unübersetzbarkeit. Auf jeden Fall spiegeln die fast liebevollen Kommentare die Beliebtheit und den spielerischen Umgang der Community mit diesen Begriffen wider.

Musik

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„Motörhead“, Quelle: http://heavyrock.eu/blog/motorhead-zobacz-wideo-ze-wspolnego-wystepu-z-oryginalnymi-czlonkami-zespolu/

Das Spiel mit der deutschen Sprache ist nicht ganz neu. Werfen wir einmal einen Blick in die »History of Umlauts in POP-Music«, dann finden wir die wahren Trendsetter dieser Entwicklung: bereits 1975 formierte sich die Band Motörhead. Vince Neil von der Gruppe Mötley Crüe (1981) beantwortete die Frage nach den Umlauten in seinem Bandnamen mit einer Flasche Löwenbräu, die er damals in der Hand gehalten hatte.