Das Leben ist ein Spiel – zur Digitalkultur in deutschen Unternehmen

Das Leben wird zum Spiel

Die Digitalkultur hat unser Leben bereits viel spielerischer gemacht als man es vielleicht vermuten würde: Eine E-Mail wird unbefangener formuliert als ein per Hand geschriebener Brief. Wer mit Online-Banking seine Rechnungen überweist leidet weniger als jemand, der sein Bargeld persönlich am Bankschalter abgibt. Wer sein Navigationsgerät vor einer Reise bedient tut dies entspannter als jemand, der sich über eine ausgebreitete Karte beugen muss. Wer es andererseits schafft, in „World of Warcraft“ 60 Online-Spieler aus aller Welt gleichzeitig an einem Auftrag arbeiten zu lassen wird auch im realen Leben eine gewisse Führungskompetenz entwickeln. So wird das Leben stückweise auch zum Spiel.

Clash of digital cultures

Interessant wird diese Tatsache beim Aufeinandertreffen der Generationen – sprich: auf dem Arbeitsmarkt. Hier stehen sich oft zwei Parteien gegenüber, die das Thema Digitalkultur nicht unterschiedlicher für sich definieren könnten. Auf der einen Seite die heutige Generation der Unternehmer, die oftmals ohne Konsolen oder Computerspiele aufgewachsen sind und ihre Firmen in einer Zeit ohne Mobiltelefon, E-Mail oder Internet aufgebaut haben. Sie akzeptieren die Technologie und ihre Vorteile als ein nützliches Tool und setzen es gezielt ein. Auf der anderen Seite die Generation junger Fachkräfte und Arbeitnehmer, für die zum Beispiel das Smartphone und die kontinuierliche Kommunikation via Facebook, WhatsApp oder SMS zu einer absoluten Selbstverständlichkeit gehört. Für die einen ist das Smartphone auf dem Schreibtisch ein No-Go, weil die ständige private Kommunikation vom eigentlichen Arbeiten ablenkt. Für die anderen ist das Nutzverbot des Smartphones während der Arbeitszeit eine Bestrafung durch den Arbeitgeber.

Die digitale Work-Life-Balance

Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verwischen. Und ebenso wie man Regeln für den Schutz des Privatlebens durch ständige E-Mails der Kollegen sucht, so benötigt man auch einen Verhaltenskodex für private Freiräume am Arbeitsplatz. Sinnvoll ist eine Mediation oder Vermittlung beider Seiten. Work-Life-Management wird sicher zu einem wichtigen Bestandteil moderner Arbeitswelten – und insbesondere bei der wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt wird es für eine Arbeitgebermarke zielführend sein, sich rechtzeitig zu positionieren.