Super Mario & Co: Zeitreise durch die Welt der Videospiele

Angeregt von unserem Messebericht zur Gamescom 2014 in Köln, möchten wir Ihnen hier eine kleine Zusammenstellung zur Geschichte der Videospiele bieten. Folgen Sie uns auf einer Reise vom Nischenhobby zum Milliardenmarkt.

1972-1983: Das Zeitalter der Videospiele

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Geburtsstunde der ersten Computer- und Videospiele sind die 1950er Jahre. Amerikanische Universitäten waren die ersten Einrichtungen, an denen junge Akademiker und ihre Professoren mit dem neuen Medium Computer experimentieren konnten. Der Student Steve Russell war es dann auch, der 1961 Spacewar, das erste Computerspiel, entwickelte.

Die markttaugliche Ära der Videospiele wurde von zwei Gründervätern eröffnet: Ralph Baer entwickelte mit der Magnavox Odyssey die erste Konsole, Atari-Gründer Nolan Bushnell folgte 1972 mit dem Videotennis Pong. Die junge Branche wuchs in den USA ungebremst und es wurden zu große Stückzahlen von qualitativ minderwertiger Software produziert. Durch ausbleibende Absätze gingen viele Softwareanbieter und Konsolenhersteller in die Insolvenz.

1984-1991: Homecomputer oder Konsole?

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1984 schlug die Stunde der japanischen Videospielhersteller Nintendo und SEGA. Ohne nennenswerte Konkurrenz konnten sie auf dem amerikanischen Markt tätig werden. Durch den Erfolg der beiden Unternehmen wagten nun auch einige US-Unternehmen den Neuanfang. Commodore und Atari hatten ab 1985 Erfolg mit Heimcomputern wie dem Atari ST oder dem Commodore Amiga.

In dieser Zeit begann die Teilung des Marktes: Auf der einen Seite die Konsolenhersteller Nintendo und SEGA, sowie später auch Sony und Microsoft, auf der anderen Seite die Computerhersteller.

1992-2005: Jahre des schnellen Fortschritts

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Anfang der 1990er bereinigte sich der Markt der Heimcomputer allmählich. Aus der Vielzahl verschiedener Heimcomputerserien gingen die IBM-kompatiblen Modelle und Apple mit Macintosh Computern hervor.

Spieletechnisch fand der Fortschritt zu dieser Zeit aber eher im Konsolenlager statt. Der Wettlauf um die dreidimensionalen Darstellungen und aufwendig gerenderten Videosequenzen begann. Ende der 1990er holte der PC wieder auf. Die Arbeitsmaschinen konnten durch immer bessere Prozessoren und Grafikbeschleuniger erweitert werden und waren durch CD-ROM-Laufwerke wieder attraktiv für Spiele mit aufwendigen Zwischensequenzen.

2006 bis heute: Virtuelle Realität

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Das Dreigestirn Nintendo, Sony und Microsoft stellte 2005/06 seine neueste Hardware vor. Während Microsoft (Xbox 360) und Sony (Playstation 3) auf Rechenpower und High-Definition-Grafik setzten, ging Nintendo einen anderen Weg. Die neue Konsole Wii steht für einfache und eingängige Bedienung und die Erschließung neuer Zielgruppen.

Im Bereich der Computer zeigt sich der technische Fortschritt in gesteigerter Grafikkartenleistung und Mehrkernprozessoren. Auch hier wird bei der Entwicklung neuer Spiele auf High Definition Wert gelegt.

Mit der Wii kommt Bewegung ins Spiel und der Casual Gamer rückt ins Visier der Spielehersteller. Es folgt eine Vielzahl an Games, die intuitiv zu bedienen sind und unabhängig von Alter und Geschlecht begeistern: Karaoke, Rätselspiele, Sudoku, Gitarre oder DJ, Trommeln, Tennis oder Boxen – Spielen wird zum generationsübergreifenden Erlebnis für die ganze Familie.

Immer beliebter wird das Spiel für unterwegs auf den sogenannten Handhelds, Smartphones und Tablet-PCs. Millionen von Mini-Spielen werben über die App-Stores von Apple und Android um die Gunst der Gamer – und öffnen der Branche weiter den Weg in das mobile Zeitalter.

Schlussendlich sind immer mehr Spiele-Titel mit integrierten Onlinefunktionen ausgestattet oder nur noch über das Internet spielbar. Vor allem Online- und Browser-Games, die zum Teil in sozialen Netzwerken gespielt werden, sind die Spiele der Stunde. Sie setzen besonders auf das Zusammenwirken mehrerer Nutzer, egal ob diese gemeinsam vor dem Bildschirm sitzen oder sich über die ganze Welt verteilen.

 

Fotos:

Nintendo

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